CSS Animation – @keyframes

CSS-Animationen ermöglichen es, Eigenschaften von HTML-Elementen über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu verändern. Sie sind zeitbasiert und erzeugen Bewegung, Übergänge oder visuelle Effekte.

Eine CSS-Animation startet automatisch, sobald das Element geladen ist. Nach dem letzten Keyframe springt das Element – sofern nichts anderes definiert ist – wieder in seinen Ausgangszustand zurück.


Grundlagen

Die Grundlage dafür bildet die Regel @keyframes. Sie beschreibt einzelne Zustände (Schlüsselbilder), die während der Animation durchlaufen werden.

Eine CSS-Animation besteht immer aus zwei klar getrennten Teilen:

  • der Beschreibung der Bewegung mit @keyframes
  • der Steuerung der Animation über die animation-Eigenschaften

Wichtig:

  • Animationen laufen automatisch ab
  • Sie benötigen keinen Benutzer-Trigger
  • Sie können aus beliebig vielen Zwischenstufen bestehen

Typische Einsatzgebiete:

  • Loader & Preloader
  • Hinweise und Feedback (z. B. Fehleranimationen)
  • UI-Microinteractions
  • Dekorative Hintergrund- oder Akzentanimationen

Animation Beispiele

content

Fade In
Das Element wird über die Eigenschaft opacity langsam eingeblendet. Diese Art von Animation ist sehr performant und wird häufig für UI-Elemente verwendet.

@keyframes fadeIn {
  from {
    opacity: 0;
  }
  to {
    opacity: 1;
  }
}
.anim-fade {
  animation-name: fadeIn;
  animation-duration: 5s;
}
content

Slide In
Das Element bewegt sich aus einer Richtung ins Bild. Die Bewegung erfolgt über transform: translate(), da diese Eigenschaft das Layout nicht beeinflusst.

@keyframes slideIn {
  from {
    transform: translateX(-50px);
  }
  to {
    transform: translateX(0);
  }
}

.anim-slide {
  animation-name: slideIn;
  animation-duration: 3s;
}
content

Rotate
Das Element wird kontinuierlich um die eigene Achse gedreht. Solche Animationen werden häufig bei Icons oder Ladeindikatoren eingesetzt.

@keyframes rotateBox {
  from {
    transform: rotate(0deg);
  }
  to {
    transform: rotate(360deg);
  }
}

.anim-rotate {
  animation-name: rotateBox;
  animation-duration: 2s;
  animation-iteration-count: infinite;
  animation-timing-function: linear;
}
content

Bounce
Durch mehrere Keyframes entsteht eine federnde Bewegung. Diese Art von Animation vermittelt Dynamik und Aufmerksamkeit.

@keyframes bounce {
  0% {
    transform: translateY(0);
  }
  50% {
    transform: translateY(-40px);
  }
  100% {
    transform: translateY(0);
  }
}

.anim-bounce {
  animation-name: bounce;
  animation-duration: 1s;
  animation-iteration-count: infinite;
}

@keyframes Syntax

Mit @keyframes definierst du, wie sich ein Element während der Animation verändert.
from entspricht dabei 0%, to entspricht 100%.

@keyframes animationName {
  from { /* Startzustand */}
  to { /* Endzustand */ }
}

Komplexere Animationen werden mit Prozentwerten aufgebaut. Du kannst beliebig viele Prozentstufen definieren.

@keyframes animationName {
  0%   { }
  50%  { }
  100% { }
}

Animation auf ein Element anwenden

Damit eine Animation sichtbar wird, muss sie einem Element zugewiesen werden.
Wichtig: Ohne animation-duration wird keine Animation abgespielt.

.box {
  animation-name: fadeIn;
  animation-duration: 5s;
}

Merksatz: @keyframes beschreibt, was passiert – animation beschreibt, wie und wann.


Animation-Eigenschaften

  • animation-duration Dauer eines Durchlaufs (Zeitangabe).
  • animation-timing-function Zeitlicher Verlauf (Keyword oder cubic-bezier()).
  • animation-delay Startverzögerung (Zeitangabe).
  • animation-iteration-count Wiederholungen (Zahl oder infinite).
  • animation-direction Abspielrichtung (Keyword).
  • animation-fill-mode Verhalten vor/nach Ende (Keyword).

animation-duration – Dauer

Legt fest, wie lange eine Animation für einen vollständigen Durchlauf benötigt.

animation-duration: 500ms;
animation-duration: 2s;

animation-timing-function – Geschwindigkeit

Bestimmt, wie sich die Geschwindigkeit der Animation über die Zeit verhält.

animation-timing-function: ease;
  • linear – konstante Geschwindigkeit
  • ease – langsam → schnell → langsam
  • ease-in – langsamer Start
  • ease-out – langsames Ende
  • cubic-bezier() – individuell definierbar

animation-delay – Verzögerung

Bestimmt, wie lange gewartet wird, bevor die Animation startet.

animation-delay: 1s;

Negative Werte starten die Animation mitten im Ablauf:

animation-delay: -1s;

animation-iteration-count – Wiederholungen

Legt fest, wie oft eine Animation abgespielt wird.

animation-iteration-count: 3;
animation-iteration-count: infinite;

animation-direction – Richtung

Bestimmt, in welcher Reihenfolge die Keyframes abgespielt werden.

animation-direction: normal;
animation-direction: reverse;
animation-direction: alternate;

animation-fill-mode – Zustand vor & nach der Animation

Definiert, welche Styles ausserhalb der eigentlichen Animation gelten.

animation-fill-mode: forwards;
  • none – Standard
  • forwards – Endzustand bleibt erhalten
  • backwards – Startzustand während Delay
  • both

Kurzschreibweise

Alle Animation-Eigenschaften können in einer Zeile zusammengefasst werden.

animation: slideIn 2s ease-in-out 0.5s infinite alternate forwards;

Mehrere Elemente staffeln

Sollen mehrere Elemente nicht gleichzeitig, sondern nacheinander erscheinen – z. B. Listeneinträge, Karten oder Galerie-Bilder – reicht eine einzige @keyframes-Regel für alle. Der Unterschied entsteht allein über ein versetztes animation-delay pro Element.

Klassisch: :nth-child()

Jedes Element bekommt über :nth-child() ein eigenes Delay. Funktioniert überall, muss aber für jede Position einzeln geschrieben werden. Ein Beispiel für reines Staffeln beim Laden, ohne Scroll-Trigger, gibt es in dieser Animated Gallery auf CodePen.

1
2
3
4

Diese Demo startet erst, wenn du bis hierhin scrollst – nicht beim Laden der Seite. Sie kombiniert zwei Techniken: das Delay pro Element für die Staffelung (:nth-child()) mit einer scrollbasierten Timeline, die den Start an die Sichtbarkeit koppelt statt an die Ladezeit (animation-timeline: view()). Mehr dazu: Scroll-driven Animations.

Hinweis: Lädst du die Seite neu, während dieser Abschnitt schon im Sichtbereich ist, spielt die Animation nicht nochmal ab – view() zeigt immer den Zustand, der zur aktuellen Scrollposition passt, statt jedes Mal von vorne zu starten. Kein Bug, das ist der Unterschied zu einer zeitbasierten Animation.

@keyframes staggerIn {
  from {
    opacity: 0;
    transform: translateY(70px);
  }
  to {
    opacity: 1;
    transform: translateY(0);
  }
}

.stagger-demo .samp {
  animation: staggerIn 0.6s ease forwards;
}

/* Fallback ohne view()-Support: Staffelung über Sekunden-Delay */
@supports not (animation-timeline: view()) {
  .stagger-demo .col:nth-child(1) .samp { animation-delay: 0s; }
  .stagger-demo .col:nth-child(2) .samp { animation-delay: 0.25s; }
  .stagger-demo .col:nth-child(3) .samp { animation-delay: 0.5s; }
  .stagger-demo .col:nth-child(4) .samp { animation-delay: 0.75s; }
}

/* Start an Sichtbarkeit statt an Ladezeit koppeln, Staffelung über Range-Offset */
@supports (animation-timeline: view()) {
  .stagger-demo .samp {
    animation-timeline: view();
    animation-range: entry 0% cover 40%;
  }

  .stagger-demo .col:nth-child(2) .samp { animation-range: entry 5% cover 60%; }
  .stagger-demo .col:nth-child(3) .samp { animation-range: entry 10% cover 80%; }
  .stagger-demo .col:nth-child(4) .samp { animation-range: entry 15% cover 100%; }
}

Achtung Falle: :nth-child() zählt Geschwister innerhalb des direkten Elternelements. Steckt jede .samp-Box in einem eigenen .col-Wrapper, ist sie dort jeweils das einzige Kind – :nth-child() muss dann auf den Wrapper zielen, nicht auf .samp selbst.

Neu: sibling-index()

Statt jede Position manuell zu adressieren, liefert sibling-index() die Position eines Elements unter seinen Geschwistern direkt als Zahl – nutzbar in calc(). Eine einzige Regel reicht für beliebig viele Elemente, auch wenn später mehr dazukommen.

.stagger-demo .samp {
  animation: staggerIn 0.6s ease forwards;
  animation-delay: calc(sibling-index() * 0.15s);
}

Browser-Support (Stand 2026): Chrome, Edge, Opera ab Version 120 stabil. Firefox folgt, Safari ist noch offen. Für produktive Projekte deshalb noch mit :nth-child() arbeiten – sibling-index() als Ausblick, wie es bald einfacher geht.


Performance

Für performante Animationen sollten bevorzugt folgende Properties verwendet werden: transform und opacity.

Diese Eigenschaften beeinflussen nicht den Layoutfluss und können von der GPU verarbeitet werden.

Problematisch sind: top, left und width, height


Animation vs Transition

Animation: läuft automatisch, kann mehrere Zustände haben.
Transition: benötigt einen Trigger (z. B. :hover).

Beide Techniken ergänzen sich und werden häufig gemeinsam eingesetzt.


Beispiele

Intensivstation CodePen

See the Pen CSS Animation Blob by Intensivstation (@intensivstation) on CodePen.


Ressourcen